Andreas Ratz, als Pharmazeut der Initiator des Sportlabors, versieht seine Produktpalette mit dem Etikett Einfachheit. Ein Gespräch über Unterscheidungsmerkmale, sauberen Sport und das Vertrauen kritischer Sportler.

Wie kam es zum Sportlabor?

Andreas Ratz: Am Anfang gab es das Bedürfnis von Sportlern nach individueller Betreuung und den richtigen Sportgetränken und Supplementen. Das klingt einfacher als es ist, denn die meisten Produkte am Massenmarkt eignen sich nicht für die Spitze. Entstanden ist das Ganze also in unserem Stammhaus, der Burggrafen-Apotheke in Innsbruck, wo von Anfang an ein Team von leistungsfähigen Pharmazeuten hinter dem Projekt stand. Noch immer zeichnen wir uns durch diese enge Zusammenarbeit mit Spitzensportlern aus.

Wie würden Sie Ihre Philosophie umschreiben?

Andreas Ratz: Mein Antrieb ist es, dem Sportlerbedürfnis auf möglichst einfache Weise nachzukommen. Wir sind nicht allerdings keine Blackbox, sondern ein Matador-Kasten. Unser Angebot soll auch für einen verständlich sein, der biochemisch nicht bewandert ist. Und ganz wichtig: Wir stehen persönlich hunter unserem Tun.

Das versprechen allerhand Anbieter. Wodurch unterscheiden Sie sich von diesen?

Andreas Ratz: Wir wollen nicht 30 Inhaltsstoffe liefern, sondern klein sein. Ein Grundsatz der Pharmakologie setzte voraus, niemals über sechs Ingredienzen hinauszugehen. Und jede dieser Inhaltsstoffe muss zudem rational begründbar sein.

Wie lässt sich einem Laien die Systematik dahinter erklären?

Andreas Ratz: Wir gehen von einem klar definierten Stufenplan aus. Demzufolge ist Supplementierung nicht Selbstzweck, sondern basiert auf nachvollziehbaren Grundlagen.

Inwiefern lässt sich auf Basis einer breiten Angebotspalette von Grundlagen sprechen?

Andreas Ratz: Erstens: Jeder, der ins Schwitzen kommt, braucht einen Mineralstoffersatz. Zweitens: Um die Regeneration zu verkürzen, bedarf es eines Recoverydrinks. Das gilt eigentlich für alle Sportler in allen Sportarten. Das sind die zwei Pfeiler unser Supplementierung.

Was machen Sie nicht?

Andreas Ratz: Wir machen vieles nicht (lacht). Wir machen zum Beispiel nicht bei jedem Geschmackserlebnis mit. In Sportlabordrinks findet man bspw. keine schlechten Zucker, wie Saccharose oder Fruktose, ebenso versichten wir auf künstliche Süß- und Geschmacksstoffe, sowie auf Farb- und Konservierungsstoffe. Unsere Chargen sind maximal 40kg groß. Das ist unvergleichbar wenig, hat aber den Vorteil gegenüber den Mitbewerbern, dass wir jederzeit in den Prozess eingreifen können. Wir benötigen auch keine Trennmittel, Rieselbeschleuniger oder sonstige Zusatzstoffe zur Herstellung unserer Produkte.

Wann wird es für wenig Bewanderte kompliziert?

Andreas Ratz: Ein Couchpotatoe, ein Nicht-Sportler, findet mit ausgewogener Ernährung sein Auslangen, bei moderater Sportaktivität hilft mir der Mineralstoffdrink. Bin ich regelmäßig aktiv, empfehlen sich zusätzlich Vitamine und Proteine, denn Mehrbelastung kann ein Immundefizit verursachen. Vitamin D erweist sich immer als sinnvoll, aber damit wäre für die Meisten der Großteil der Palette abgedeckt.

Wir sprechen von grundlegenden Anforderungen. Was benötigen ambitionierte Sportler bis hin zum Profi? Und was bieten Sie, was andere nicht offerieren?

Andreas Ratz: Da fängt es an interessant zu werden, da hilft dir eine fundierte Ausbildung. Es gilt, Supplemente so zuzuführen, dass sie Sinn ergeben.

Davon könnte man auch von herkömmlichen, kommerziellen Anbietern ausgehen. Was unterscheidet Ihre Produkte von denen, die von Werbebanden großer Sportveranstaltungen prangen?

Andreas Ratz: 95 Prozent der Anbieter fallen weg, weil ihre Produkte mit Süßstoff, Farbstoff und Konservierungsmittel versehen sind. Das braucht es nicht, das ist der Leistung eher abträglich. Man muss sich nur die grundlegende Frage stellen: Hat der Körper solche Zutaten bisher in seiner evolutionären Entwicklung gebraucht?

Konservierung garantiert immerhin längere Haltbarkeit...

Andreas Ratz: Ja, aber die benötigst du nur in einer Großproduktion, wo vom Anbieter einige 100 kg bei der Produktionsstätte in Auftrag gegeben werden. Meine Liefermengen liegen bei 40 kg: Wir kennen die Substanz, deren Hersteller, produzieren und etikettieren sogar selbst.

Im Zusammenhang mit Nahrungsergänzungsmittel ist des öfteren von Verunreinigung die Rede, womit sogar positive Dopingkontrollen erklärt werden. Ein Schatten, der auf der Branche liegt.

Andreas Ratz: Eine Verunreinigung kommt nur willentlich zustande, bei einer Substanz mit Analysezertifikat ist das auszuschließen. Was sollte Nandrolon in Zucker verloren haben? Da muss im Vorfeld etwas passiert sein.

Sie können eine breite Referenzliste an Sportlern vorweisen. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit einem Weltmeister oder Olympiasieger?

Andreas Ratz: In erster Linie geht es um Vertrauen, das in persönlichen Gesprächen entsteht. Wir behandeln Spitzensportler außerdem nicht als solche: Ein Gregor Schlierenzauer (Skispringer, Anm.) bleibt der Gregor, ein Vincent Kriechmayr (Abfahrer, Anm.) bleibt der Vincent. Das Vertrauen von Sergei Bobrovsky (NHL Eiskockeystar, Anm.) ist sogar so groß, dass er mich immer wieder als Reiseführer in Innsbruck in Anspruch nimmt (lacht).

Inwiefern profitierten Sie von der Zusammenarbeit mit den Sportlern? Als Werbebotschafter eignen sich diese jedenfalls.

Andreas Ratz: Sportler kommen, werden betreut und haben wie alle anderen auch für ihre Leistung zu bezahlen. Aber es handelt sich um kritische Leute, von denen wir auch lernen können. Ihre Erfahrungen helfen auch uns in der Produktentwicklung weiter. Das ist ein dauerndes Hin und Her und genau so mus