Einkaufswagen
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Mit dem Einkaufen fortfahrenNach dem Training entscheidet nicht Ihre Disziplin darüber, ob Hunger entsteht, sondern Ihr Hormonsystem. Das Hungergefühl folgt klaren biologischen Regeln und reagiert sensibel auf Trainingsintensität, Stoffwechsellage und innere Signale. Wer diese Mechanismen versteht, erkennt schnell: Appetit ist kein Gegner, sondern eher Information darüber, wie man das Training hinsichtlich der Energie besser managen kann.
Im Zentrum der Hungerregulation steht das Hormon Ghrelin. Es wird überwiegend im Magen gebildet und sendet dem Gehirn das Signal, dass Energie benötigt wird. Steigt der Ghrelinspiegel, entsteht Hunger. Sinkt er, bleibt das Hungergefühl aus – selbst dann, wenn der Körper dringend Nährstoffe braucht. Genau hier beginnt das Missverständnis vieler Sportler.
Nach sehr intensiven Trainingseinheiten wie Intervallen, harten Kraftsets oder hochbelastenden Ausdauereinheiten bleibt der Hunger häufig aus. Der Grund liegt in stark erhöhten Laktatwerten, die die Ghrelinausschüttung hemmen. Gleichzeitig schaltet der Körper in einen Stressmodus, bei dem Blut bevorzugt Muskulatur, Herz und Lunge versorgt, während der Verdauungstrakt in den Hintergrund tritt.
In genau diesen Situationen ist das richtige isotonische Sportgetränk entscheidend. Eine sinnvolle Zusammensetzung liefert nicht nur Flüssigkeit, sondern enthält 500 bis 1.000 mg Natrium pro Liter sowie 60 bis 80 g Kohlenhydrate pro Liter. Dadurch bleibt die Leistungsfähigkeit auch bei maximaler Intensität erhalten, ohne das System vollständig zu entleeren.
Diese kontinuierliche Energie- und Elektrolytzufuhr ist nicht nur ein wesentlicher Faktor für die darauffolgende Regeneration, sondern auch für die Sicherheit im Training, da ein leer gefahrenes System das Verletzungsrisiko messbar erhöht.
Diese hormonell bedingte Appetitunterdrückung kann mehrere Stunden anhalten und nach abendlichen Trainingseinheiten sogar bis in den nächsten Tag reichen. Der Energiebedarf verschwindet dadurch jedoch nicht. Er wird lediglich zeitlich verschoben. Wer in dieser Phase nichts zuführt, riskiert später plötzlich auftretenden Heißhunger. Das Ausbleiben von Hunger ist daher kein Zeichen ausreichender Versorgung, sondern ein trügerischer Zustand.
Ganz anders reagiert der Organismus auf lange, ruhige Ausdauerbelastungen. Bei moderater Intensität bleiben die Laktatwerte niedrig und Ghrelin wird nicht gehemmt. Die Energiespeicher leeren sich schrittweise, der Blutzucker sinkt langsam. Der Körper meldet seinen Bedarf zuverlässig – entweder direkt nach dem Training oder zeitverzögert am Abend. Wird dieser Hunger ignoriert, entwickelt er sich häufig zu Heißhunger.
Ein zentraler Verstärker für Hungerattacken ist die Blutzuckerregulation. Schnell verfügbare Zucker führen zu einem raschen Insulinanstieg und in weiterer Folge zu einem schnellen Abfall des Blutzuckerspiegels. Dieser Mechanismus triggert starkes Hungergefühl. Stabilere Kohlenhydratquellen sorgen für eine ruhigere hormonelle Antwort. Nicht die Kohlenhydrate selbst sind das Problem, sondern ihre Geschwindigkeit im Stoffwechsel.
Unabhängig vom subjektiven Empfinden benötigt der Körper nach jeder Trainingseinheit Nährstoffe. Besonders bewährt hat sich hier eine einfache, biologisch sinnvolle Kombination wie Spiegelei mit Kartoffelpüree. Eier liefern Proteine mit sehr hoher biologischer Wertigkeit, während Kartoffeln gut verfügbare Kohlenhydrate bereitstellen, die zeitnah nach dem Training aufgenommen werden sollten.
Beim Thema Timing zeigt die Studienlage klar: Das Timing ist vor allem bei den Kohlenhydraten relevant, da sie für die Wiederauffüllung der Glykogenspeicher entscheidend sind. Bei Proteinen hingegen ist weniger der exakte Einnahmezeitpunkt ausschlaggebend, sondern die Gesamtmenge über den Tag. Für sportlich aktive Menschen liegt diese je nach Trainingsbelastung sinnvollerweise zwischen 1,5 und 2,2 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht und Tag.
Während europäische Empfehlungen traditionell niedriger ansetzen, orientieren sich neuere US-amerikanische und australische Leitlinien näher an diesen höheren, praxisnahen Werten.
Da bei Kohlenhydraten das Timing zählt, lässt sich hier sehr natürlich arbeiten, etwa mit einem Smoothie aus Banane. Wird ein Recoverydrink eingesetzt, sollte das Verhältnis eher proteinbetont sein, mindestens 3:2 zugunsten der Proteine, da im Alltag in der Regel ausreichend hochwertige Kohlenhydrate verfügbar sind.
Nach Krafttraining ist der Appetit häufig besonders ausgeprägt. Mikroverletzungen in der Muskulatur müssen repariert werden, und dieser Aufbauprozess benötigt Energie und Aminosäuren. Der Hunger ist in diesem Fall kein Zeichen von Schwäche, sondern ein funktionelles Signal des Körpers, das gezielt beantwortet werden sollte, um Anpassung und Fortschritt zu ermöglichen.
Auch die Körperkerntemperatur beeinflusst das Hungergefühl erheblich. Bei intensiven Belastungen steigt sie an, was die Ghrelinausschüttung zusätzlich hemmt. In kühleren Umgebungen bleibt dieser Effekt aus. Deshalb berichten viele Athleten selbst nach lockeren Schwimmeinheiten über starken Appetit. Der Körper bleibt kühl, das Hungersignal aktiv.
In den meisten Fällen entsteht Heißhunger nicht durch mangelnde Kontrolle, sondern durch fehlendes Wissen und fehlende Vorbereitung. Wer versteht, wie Hungerhormone, Blutzucker und Trainingsintensität zusammenspielen, kann Ernährung gezielt steuern. Fueling ist kein Nebenthema, sondern ein aktiver Bestandteil von Leistungsentwicklung.
Die Energiezufuhr rund um das Training zu managen ist mindestens genauso wichtig wie das einzelne Trainingsset oder der Trainingsplan selbst. Wer hier plant, reduziert Heißhunger, verbessert die Regeneration und trainiert langfristig sicherer und nachhaltiger.
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Wissenschaftliche Referenzen (Auswahl):
Broom DR et al., Exercise-induced suppression of acylated ghrelin, Journal of Applied Physiology, 2007.
Martins C et al., The impact of exercise on appetite regulation, Obesity Reviews, 2008.
Schubert MM et al., Acute exercise and hormones related to appetite regulation, Hormone and Metabolic Research, 2014.
Hopkins M et al., Energy balance, appetite control and exercise, Sports Medicine, 2017.
Blundell JE et al., Appetite control and energy balance, Obesity Reviews, 2010.