"Mir ist es wichtig mich kontinuierlich zu verbessern, zu lernen, Fortschritte zu machen und dann Schritt für Schritt vorwärts zu gehen."

"Mir ist es wichtig mich kontinuierlich zu verbessern, zu lernen, Fortschritte zu machen und dann Schritt für Schritt vorwärts zu gehen."

Gilles Roulin, 23, stammt auf Grüningen im Kanton Zürich. Gilles besuchte das Skigymnasium Stams und spezialisierte sich nach der Matura vor allem auf die schnellen Disziplinen Super-G und Abfahrt. 2017 gewann er die Super-G und Abfahrt Europacup-Gesamtwertungen und gab in Kvitfjell sein Weltcupdebut. Am vergangenen Wochenende fuhr Gilles bei seinem erst fünften Weltcuprennen in Lake Louise auf Platz 12.

Mit Platz 12 bei der Weltcupabfahrt in Lake Louise machst Du nach einer soliden Europacupsaison einen weiteren Schritt Richtung Weltklasse. Bist Du im Sommer neue Wege gegangen oder ist das einfach Deine Fortsetzung eines ruhigen und soliden Kurses nach oben?
Im Sommer hat sich für mich vor allem eines geändert: Ich bin in das Weltcup-Team gekommen. Das bedeutet für mich neue Trainer, neue Teamkollegen, neuer Servicemann und vor allem zum ersten Mal ganzjährig einen Physiotherapeuten im Team. Alles spürbare, positive Veränderungen. Im Weltcup Team ist die Konkurrenz natürlich noch stärker, man bekommt im täglichen Training seine Grenzen gnadenlos aufgezeigt. Der Physio, der uns während der gesamten Vorbereitung betreut, bringt mir sicher einiges. Ansonsten ist es aber so, dass ich in meiner Arbeit nicht wirklich etwas verändert habe. Ich habe einige Sachen versucht noch besser, genauer, oder auch einfach anders zu machen aber dies ist ja ein normaler Prozess. Grundsätzlich ist es vor allem Kontinuität, Konstanz und unnachgiebige Arbeit, welche mir helfen, mich immer weiter zu verbessern.

Wie sieht der Unterschied zwischen Europacup und Weltcup etwa in der Disziplin Abfahrt aus?
Ich kenne bis jetzt ja nur Lake Louise und seit heute Braver Creek, aber die Strecken sind natürlich anspruchsvoller.  Die anderen Strecken werde ich ja erst im Laufe der weiteren Saison kennen lernen, trotzdem habe ich schon einige Unterschiede festgestellt. Das Tempo ist höher, die Hänge sind steiler, die Sprünge gehen weiter und ganz entscheidend, die Konkurrenz ist grösser. Auch das Medieninteresse ist natürlich grösser und die Rennen werden von mehr Zuschauern besucht. Es geht trotzdem immer noch um das Gleiche, nämlich möglichst schnell Skifahren.


Trainierst Du im Schweizer Team oder umgibt Dich eine "persönliche Zelle" wie es etwa bei Marcel Hirscher der Fall ist?
Ich bin ganz normal Mitglied im Schweizer Skiverband und dort in die Trainingsgruppe Weltcup 1A eingeteilt. Einen Weg à la Marcel Hirscher habe ich nie geplant gehabt und wäre für mich auch nicht zielführend. Das Team Hirscher macht einen unglaublichen Job und ich denke, dass die sehr nahe an die absolute Perfektion herankommen. Aber das Team Hirscher ist eine einzigartige Konstruktion und ich denke nicht, dass es möglich wäre dieses System zu kopieren oder zu imitieren.

Du fährst eine Österreichische Ski-Marke. Wie wichtig ist der Faktor Material in den schnellen Disziplinen?
Das Material ist enorm wichtig, deshalb fahre ich auch Head und nicht eine andere Marke. Ich bin enorm zufrieden mit der Unterstützung der Firma. Das Material ist definitiv mitentscheidend. Zu wissen, dass man hier in den richtigen Händen ist, gibt einem die nötige Sicherheit und Zuversicht, im Moment, wenn der Startcountdown beginnt, alles auf eine Karte zu setzten. 

Bekommt ein junger, aufstrebender Athlet hier das selbe Material wie etwa ein etablierter Superstar?
Head hat eine Menge Fahrer unter Vertrag und wenn es um Materialentwicklung geht, bin logischerweise nicht ich der erste Ansprechpartner, sondern die großen Stars, die schon unzählige Rennen gewonnen haben, und das ist mir momentan auch recht so.

Abschließend: Schielst Du nach den ersten starken Saisonergebnissen auch ein bisschen nach Pyeongchang?
Nein. Pyoengchang ist noch überhaupt kein Thema für mich. Mir ist es wichtig mich kontinuierlich zu verbessern, zu lernen, Fortschritte zu machen und dann Schritt für Schritt vorwärts zu gehen. Olympische Spiele sind der Traum eines jeden Athleten, aber mein Ziel ist erstmal ein stabiles Fundament zu erarbeiten, um langfristig konkurrenzfähig zu sein. Deshalb sind für mich in diesem Winter auch im Moment andere Ziele wichtiger, als die Olympischen Spiele.

Vielen Dank, Gilles. Alles Gute für die kommenden Rennen!