Essen für die Reha: Was bei einer Sehnen- oder Bänderverletzung auf den Teller gehört

Verletzung und Ernährung

Essen für die Reha: Was bei einer Sehnen- oder Bänderverletzung auf den Teller gehört

Eine Sehnen- oder Bänderverletzung zwingt zur Pause, nicht zum Stillstand. Auch am Küchentisch entscheidet sich, ob dem Körper in den kommenden Wochen genug Material und Energie zur Verfügung stehen. Dieser Beitrag zeigt zuerst, was Sie ganz normal essen und trinken sollten und was Sie besser meiden. Erst danach ordnen wir ein, was Nahrungsergänzung leisten kann und was nicht.

3überlappende Phasen der Sehnenheilung
6 Wochendauert die Aufbauphase mit hoher Kollagensynthese
1 Jahrkann die Reifung des Gewebes dauern
1,5 bis 2g Protein pro kg Körpergewicht und Tag, unser Zielbereich

Zeitangaben nach Übersichtsarbeiten zur Sehnenheilung (1, 2). Der tatsächliche Verlauf hängt von Verletzung, Operation und Therapie ab.

Kurz gesagt, in fünf Punkten

  1. Protein: 1,5 bis 2,0 g pro Kilogramm Körpergewicht und Tag, über mehrere Mahlzeiten verteilt, über die gesamte Reha. Ob mehr Protein den Muskelschwund bei Ruhigstellung verringert, ist in Studien nicht eindeutig belegt.
  2. Energie: Weniger Bewegung senkt den Bedarf, rechtfertigt aber keine Diät. Wer weniger isst, sollte die Proteinmenge nicht mitkürzen.
  3. Alkohol: In den ersten Wochen am besten ganz weglassen. Die Studien betreffen zwar Muskeln und nicht Sehnen, zeigen aber dosisabhängig nachteilige Effekte auf die Erholung.
  4. Entzündung: Die Entzündungsphase gehört zur Heilung. Sinnvoll ist deshalb nicht, sie zu bekämpfen, sondern Zuckergetränke, Fertigprodukte und stark verarbeitete Lebensmittel zu reduzieren.
  5. Supplemente: Kollagenpeptide mit Vitamin C kommen erst nach der Basis. Die Studienlage ist vielversprechend, aber dünn. Sie ersetzen weder Physiotherapie noch ärztliche Behandlung.
Die Ausgangslage

Sehnen und Bänder: langsam durchblutet, langsam im Umbau

Sehnen und Bänder bestehen überwiegend aus Kollagen und sind deutlich schlechter durchblutet als Muskeln. Fachleute sprechen von bradytrophem Gewebe. Nach einer Verletzung läuft die Heilung in drei Phasen ab, die ineinander übergehen: eine Entzündungsphase, eine Aufbauphase und eine Umbauphase. Belastung ist dabei über den gesamten Verlauf ein notwendiger Reiz (1).

Das ist die wichtigste Einordnung vorab: Physiotherapie und angepasste Belastung sind der Reiz, auf den das Gewebe reagiert. Die Ernährung ist die Grundlage, auf der dieser Reiz überhaupt wirken kann.

Phase und typischer Zeitraum (2) Was im Gewebe passiert Ernährung im Fokus
Entzündungsphase
erste 24 bis 72 Stunden
Immunzellen räumen auf, neue Blutgefäße beginnen zu wachsen, Zellen werden aktiviert. Energie und Protein nicht absenken. Alkohol meiden.
Aufbauphase
ab Tag 3 bis etwa Woche 6
Zellen bilden in großer Menge ein erstes, noch ungeordnetes Kollagen (Typ III). Protein über den Tag verteilen, Vitamin-C-reiche Lebensmittel, ausreichend Zink und Kupfer.
Umbauphase
Woche 6 bis 10 (Festigung), danach bis etwa 1 Jahr (Reifung)
Fasern richten sich entlang der Belastung aus, das Gewebe wird stabiler und weniger zellreich. Proteinzufuhr beibehalten, Energiezufuhr an den wieder steigenden Belastungsumfang anpassen.

Die Spalte zur Ernährung ist eine praxisorientierte Einordnung auf Basis der Studienlage, keine in Studien geprüfte Phasenlogik. Zeiträume sind Durchschnittswerte. Maßgeblich für Ihre Reha ist immer Ihr Behandlungsteam.

In der Praxis genügen zwei Abschnitte

Die ersten zwei Wochen

Schmerzen, Medikamente und weniger Bewegung dämpfen oft den Appetit. Jetzt zählen kleine, proteinreiche Mahlzeiten, genug Energie, ausreichend Flüssigkeit und der Verzicht auf Alkohol.

Ab etwa Woche 3

Die Proteinzufuhr wird nicht zurückgefahren, nur weil die akute Phase vorbei ist. Dazu kommen Gemüse, Obst, Fisch, Hülsenfrüchte und Vollkorn. Mit dem Belastungsaufbau steigt auch der Energiebedarf wieder.

Muskelabbau

Ruhigstellung: Warum Protein wichtig bleibt, auch wenn es den Schwund nicht sicher verhindert

Wird ein Bein oder Arm entlastet oder ruhiggestellt, sinkt die Muskelproteinsynthese, und Muskelmasse und Kraft gehen verloren (3). Das schwächt die Statik rund um die verletzte Struktur. Naheliegend wäre der Schluss: mehr Protein, weniger Verlust. Die Studienlage dazu ist allerdings nüchterner, als es in der Sportwelt oft klingt.

Quelle Design Ergebnis
Kilroe et al. (4) Randomisierte Studie, 3 Tage Ruhigstellung eines Beins, Proteinzufuhr 0,15, 0,5 oder 1,6 g pro kg und Tag Kein Unterschied bei Proteinsyntheserate und Muskelverlust zwischen den Gruppen
Metaanalyse 2024 (5) Randomisierte Studien bei gesunden Erwachsenen mit Bettruhe oder Ruhigstellung, Protein oder Aminosäuren gegen Kontrolle Kein nachweisbarer Effekt auf die Muskelmasse (standardisierte Mittelwertdifferenz 0,2, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,18 bis 0,57)
Tipton (3) Übersichtsarbeit zur Ernährung bei Sportverletzungen Höhere Proteinzufuhr (2 bis 2,5 g pro kg) erscheint bei Ruhigstellung gerechtfertigt. Mindestens sollte die Proteinmenge nicht sinken, wenn weniger gegessen wird.

Was wir daraus ableiten

Erstens: Der wichtigste Schutz vor Muskelabbau ist Belastung, soweit sie ärztlich und physiotherapeutisch freigegeben ist. Protein ersetzt diesen Reiz nicht.

Zweitens: Protein ist kein Schutzschild, aber eine Voraussetzung. Der Wiederaufbau nach der Ruhigstellung braucht Material, und Eiweiß trägt zur Erhaltung der Muskelmasse bei. Das gilt besonders, wenn in der Verletzungsphase ohnehin weniger gegessen wird.

Drittens: Die Datenlage ist begrenzt. Viele Studien arbeiten mit kurzer Ruhigstellung und jungen, gesunden Männern, nicht mit operierten Patienten über sechs Wochen. Unsere Empfehlung liegt deshalb bewusst im mittleren Bereich:

1,5 bis 2,0 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht und Tag, auf mehrere Mahlzeiten verteilt, über den gesamten Zeitraum der Reha und nicht nur in der Akutphase.

Körpergewicht Zielbereich pro Tag Je Mahlzeit bei 4 Mahlzeiten
60 kg 90 bis 120 g 22 bis 30 g
70 kg 105 bis 140 g 26 bis 35 g
80 kg 120 bis 160 g 30 bis 40 g
90 kg 135 bis 180 g 34 bis 45 g

Kleiner Hinweis zur Verteilung: Mehrere Portionen über den Tag halten die Muskelproteinsynthese gleichmäßiger im Gang als eine einzige große Abendmahlzeit. Kohlenhydrate sind dabei kein Gegner, sondern liefern die Energie, die der Körper für Umbauprozesse braucht.

Praxis

Proteinquellen im Ranking

Sortiert nach Proteingehalt pro 100 g. Die Werte sind gerundete Richtwerte und schwanken je nach Zubereitung und Produkt. Bei Verpackungen zählt die Nährwerttabelle.

Tierische Quellen

Rang Lebensmittel Protein pro 100 g
1 Hühnerbrust, gegart 28 bis 31 g
2 Putenbrust, gegart 28 bis 30 g
3 Mageres Rindfleisch, gegart 26 bis 30 g
4 Thunfisch, Dose naturell 24 bis 26 g
5 Lachs, gegart 20 bis 25 g
6 Garnelen, gegart 20 bis 24 g
7 Magerquark 12 bis 13 g
8 Eier 12 bis 13 g
9 Hüttenkäse 11 bis 13 g
10 Griechischer Joghurt, 0 Prozent Fett 9 bis 10 g

Pflanzliche Quellen

Rang Lebensmittel Protein pro 100 g
1 Seitan 22 bis 25 g
2 Tempeh 18 bis 20 g
3 Tofu 12 bis 16 g
4 Haferflocken, roh 12 bis 14 g
5 Edamame 11 bis 12 g
6 Linsen, gekocht 8 bis 10 g
7 Kichererbsen, gekocht 7 bis 9 g
8 Quinoa, gekocht 4 bis 5 g

Kürbiskerne (rund 30 g) und Erdnussbutter (rund 25 g) haben pro 100 g sehr viel Protein, werden aber in kleinen Mengen gegessen. Sie sind eine gute Ergänzung, aber keine Hauptquelle. Als Faustregel hilft: Etwa ein Drittel des Tagesbedarfs aus pflanzlichen Quellen sorgt für Abwechslung und ist bekömmlich. Proteinshakes sind ein Notbehelf für Tage, an denen es sich anders nicht ausgeht.

Ein Beispieltag bei 70 kg Körpergewicht

Mahlzeit Beispiel Protein
Frühstück 250 g Magerquark mit 40 g Haferflocken und Beeren ca. 36 g
Mittag 120 g gegarte Hühnerbrust mit Reis und Gemüse ca. 42 g
Zwischenmahlzeit 150 g Skyr mit 20 g Nüssen ca. 21 g
Abend 2 Eier, 150 g Linsen, 1 Scheibe Vollkornbrot ca. 30 g
Summe ca. 129 g

Das liegt im Zielbereich von 105 bis 140 g. Eine Woche lang abgewogen, entwickeln die meisten schnell ein Gefühl für die Mengen.

Die Basis

Was neben dem Protein auf den Teller gehört

Sehnen und Bänder bestehen nicht nur aus Protein. Für Aufbau und Umbau braucht der Körper ein ganzes Set an Nährstoffen, und die meisten davon liefert eine ganz normale, abwechslungsreiche Ernährung.

Vitamin-C-reiches Obst und Gemüse

Paprika, Brokkoli, Kohl, Zitrusfrüchte, Kiwi und Beeren. Vitamin C trägt zur normalen Kollagenbildung für die normale Funktion von Knochen, Knorpel und Haut bei.

Fettreicher Seefisch

Lachs, Makrele, Hering ein- bis zweimal pro Woche liefern die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA. Sie tragen zu einer normalen Herzfunktion bei.

Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte, Vollkorn

Lieferanten von Zink, Kupfer und Magnesium. Zink trägt zu einer normalen Eiweißsynthese bei, Kupfer zur Erhaltung normaler Bindegewebe.

Genug Energie

Weniger Bewegung bedeutet weniger Bedarf, aber keine Diät. Bei deutlich zu wenig Energie fehlt das Material für den Wiederaufbau, und die Muskelmasse sinkt zusätzlich (3).

Kohlenhydrate aus Vollkorn und Kartoffeln

Haferflocken, Vollkornbrot, Reis und Kartoffeln liefern Energie, damit das Protein für den Aufbau genutzt werden kann und nicht als Brennstoff dient.

Hochwertige Öle

Raps- und Olivenöl statt stark erhitzter oder industriell gehärteter Fette. Sie sind ein einfacher Baustein einer insgesamt entzündungsarmen Ernährung.

Was Sie meiden sollten, Teil 1

Alkohol: Was die Studien zeigen und was nicht

Alkohol ist der häufigste Streitpunkt in der Reha. Die Datenlage ist dosisabhängig und bezieht sich ausschließlich auf Muskeln, nicht auf Sehnen oder Bänder.

Quelle Design Ergebnis
Parr et al. (10) 8 trainierte Männer, rund 1,5 g Alkohol pro kg nach hartem Training, dazu Protein oder Kohlenhydrate Muskelproteinsynthese nach Alkohol und Protein um 24 Prozent niedriger als nach Protein allein, nach Alkohol und Kohlenhydraten um 37 Prozent
Barnes et al. (11) Männer, 1 g Alkohol pro kg nach intensiver exzentrischer Belastung Stärkerer und längerer Kraftverlust
Barnes et al. (12) Gleiches Modell, niedrigere Dosis (0,5 g pro kg) Kein relevanter Unterschied zu Placebo
Paulsen et al. (13) Kraftsportler nach Widerstandstraining Keine verzögerte Erholung der Muskelfunktion, aber verändertes Testosteron-Cortisol-Verhältnis

Einordnung: Große Mengen scheinen die Muskelregeneration zu beeinträchtigen, kleine Mengen in den meisten Untersuchungen nicht. Zu Sehnen und Bändern gibt es keine direkten Daten, und die Studien arbeiten mit gesunden Männern, nicht mit Verletzten.

Praktisch heißt das: In den ersten Wochen nach Verletzung oder Operation ist der Verzicht die einfachste Entscheidung. Wer trotzdem trinkt, sollte Menge und Zeitpunkt bewusst wählen. Zusätzlich gilt: Alkohol kann mit Schmerzmitteln und anderen Medikamenten wechselwirken. Das klären Sie bitte mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

Was Sie meiden sollten, Teil 2

Entzündung: Nicht jeder Verdächtige ist schuldig

Eine Entzündung ist in der ersten Phase der Heilung kein Fehler, sondern Teil des Programms. Sie lockt Immunzellen an und startet den Aufbau (1). Es geht deshalb nicht darum, Entzündung zu bekämpfen, sondern darum, dem Körper nicht zusätzlich einen dauerhaften Reiz zu liefern.

Beobachtungsstudien bringen einen hohen Anteil an ultraverarbeiteten Lebensmitteln mit höheren Entzündungsmarkern wie dem C-reaktiven Protein in Verbindung. Die Befunde sind nicht in allen Gruppen einheitlich, und Beobachtungsstudien beweisen keine Ursache (14). Für die Reha ist die Konsequenz trotzdem pragmatisch: Wer weniger davon isst, verliert nichts und gewinnt Platz für nährstoffreiche Lebensmittel.

Eher reduzieren

Zuckergetränke und Energydrinks, Süßigkeiten und Backwaren, Fertiggerichte, stark verarbeitete Fleischwaren, Frittiertes, Alkohol.

Eher bevorzugen

Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkorn, Nüsse, fettreicher Fisch, Raps- und Olivenöl, frisch zubereitete Mahlzeiten.

Häufig genannte Verdächtige wie Gluten, Milchprodukte oder Nachtschattengewächse sind nach unserer Kenntnis bei Menschen ohne Unverträglichkeit nicht als Entzündungstreiber belegt. Wer eine Unverträglichkeit hat, verzichtet selbstverständlich darauf.

Erst danach: Nahrungsergänzung

Kollagen, Vitamin C und Omega-3: Was Nahrungsergänzung leisten kann

Alles bisher Beschriebene gilt unabhängig von jedem Produkt. Nahrungsergänzung kommt obendrauf und ersetzt keine der Basismaßnahmen. Wir betreuen seit Jahren Athletinnen und Athleten durch Verletzungsphasen, und dabei hat sich ein Prinzip herauskristallisiert: Die Bausteine des Kollagens gehören als vollständiges Profil zusammen, mit Vitamin C als Cofaktor.

Was steckt im Kollagen?

Kollagen besteht nicht aus einer einzelnen Aminosäure. Das Protein ist durch ein ungewöhnlich hohes Vorkommen weniger Bausteine geprägt (6):

ca. 33 %Glycin
ca. 12 %Prolin
ca. 11 %Alanin
ca. 10 %Hydroxyprolin

Ungefähre Anteile an den Aminosäuren im Kollagen (6). Weitere Bausteine sind unter anderem Glutaminsäure, Arginin, Asparaginsäure, Serin, Lysin und Hydroxylysin.

Hydroxyprolin und Hydroxylysin kommen in der Nahrung nur in kollagenhaltigem Eiweiß vor. Der Körper bildet sie aus Prolin und Lysin selbst, und dafür braucht er Vitamin C. Vitamin C trägt zur normalen Kollagenbildung für die normale Funktion von Knochen, Knorpel und Haut bei und zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress.

Eine einzelne Aminosäure baut kein Kollagen. Gebraucht wird das ganze Profil, dazu Vitamin C als Cofaktor.

Unser Ansatz

Wir haben früher L-Prolin als Einzelkapsel eingesetzt. Die dort verwendete Prolinmenge steckt heute im Hume Kollagen Complete, im natürlichen Verbund mit Glycin, Hydroxyprolin, Lysin und Hydroxylysin. Die Praxiserfahrung aus der Betreuung verletzter Athletinnen und Athleten hat uns zu diesem Ansatz geführt. Eine Studie ersetzt sie nicht, und genau deshalb zeigen wir Ihnen im nächsten Abschnitt, was die Forschung tatsächlich hergibt.

Was die Forschung zeigt, und was nicht

Quelle Design Ergebnis Grenze
Shaw et al. 2017 (7) 8 gesunde Männer, 5 oder 15 g Gelatine mit Vitamin C, eine Stunde vor 6 Minuten Seilspringen Glycin, Prolin, Hydroxyprolin und Hydroxylysin im Blut stiegen. Bei 15 g verdoppelte sich ein Marker der Kollagensynthese. Kleine Stichprobe, Marker statt Gewebeheilung, gesunde Probanden
Praet et al. 2019 (8) 20 Patienten mit chronischer Achillessehnentendinopathie, spezifische Kollagenpeptide plus Wadentraining über 6 Monate Schmerz und Funktion verbesserten sich unter Kollagen stärker als unter Placebo Pilotstudie, vom Hersteller des Peptids finanziert, chronische Tendinopathie, nicht akute Verletzung
Vieira et al. 2015 (9) Tierversuch, Glycin bei Achillessehnenentzündung Verbesserte biomechanische Eigenschaften der Sehne Ratten, nicht auf den Menschen übertragbar

Die Studien deuten darauf hin, dass die Bausteine des Kollagens im Zusammenspiel mit Belastung eine Rolle spielen können. Ob Kollagenpeptide die Heilung einer akuten Sehnen- oder Bänderverletzung beim Menschen verbessern, ist nicht belegt. Tipton fasst die Lage für viele Nährstoffe nach Verletzungen so zusammen, dass die Wirksamkeit oft behauptet wird, die Evidenz aber uneinheitlich ist (3). Ergebnisse zu einem Kollagenpeptid lassen sich außerdem nicht automatisch auf ein anderes Produkt übertragen.

Ein Detail aus der Forschung: der Zeitpunkt

In der Studie von Shaw lag zwischen Einnahme und Belastung eine Stunde, denn die Blutspiegel der Aminosäuren erreichten dann ihren Höhepunkt (7). Wer Kollagen nimmt, kann sich daran orientieren und eine Portion etwa eine Stunde vor der Physiotherapie oder dem Training einnehmen. Ob das klinisch einen Unterschied macht, ist offen.

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Hume Kollagen Complete 7.935 mg Kollagenhydrolysat pro Portion, mit Vitamin C, Zink, Kupfer und Mangan, 300 g (30 Portionen), 45,90 €
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Vitamin C und Omega-3

Vitamin C ist der Cofaktor der Enzyme, die Prolin und Lysin zu Hydroxyprolin und Hydroxylysin umbauen, und damit eine Voraussetzung für stabile Kollagenfasern (7). Die Basismenge steckt bereits im Kollagen Complete. Wir kombinieren zusätzlich 500 mg gepuffertes Vitamin C, magenschonend und gut verfügbar.

Omega-3-Fettsäuren tragen als EPA und DHA zu einer normalen Herzfunktion bei. Tipton bewertet die Evidenz für Omega-3 gegen den Muskelverlust bei Verletzungen als vielversprechend, aber vorläufig (3). Entsprechend begründen wir die Aufnahme ins Set nicht mit einem Heilversprechen, sondern mit der Versorgung mit EPA und DHA in einer Phase, in der Fisch oft zu kurz kommt.

So nehmen Sie das Set ein

Baustein Erste zwei Wochen Danach
Hume Kollagen Complete 2 x 10 g täglich, je 1 Messlöffel in 150 ml Wasser 1 x 10 g täglich in 150 ml Wasser
Vitamin C gepuffert 1 Kapsel (500 mg) täglich 1 Kapsel (500 mg) täglich
Hume Omega-3 Fischöl 4 Kapseln über den Tag verteilt (2 plus 2) 2 Kapseln über den Tag verteilt (1 plus 1)

Nehmen Sie Omega-3-Präparate nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin ein, wenn Sie Blutverdünner einnehmen, eine bekannte Gerinnungsstörung oder eine Fischallergie haben. Nach Operationen und bei bestehenden Erkrankungen klären Sie jede Ergänzung vorab mit Ihrem Behandlungsteam. Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ärztliche oder physiotherapeutische Behandlung. Bei einer Verletzung ist immer eine ärztliche Abklärung erforderlich.

Zum Sehnen und Bänder Set Mehr zum Hume Regenerations-Protokoll
Die Bilanz

Erst der Teller, dann die Kapsel

Eine Sehnen- oder Bänderverletzung wird nicht am Küchentisch entschieden, sondern in der Physiotherapie. Am Küchentisch entscheidet sich aber, ob der Körper in diesen Wochen alles zur Verfügung hat, was er braucht: genug Energie, genug Protein über den ganzen Tag, viel Gemüse und Obst, Fisch und Vollkorn, wenig Zucker und Fertigprodukte, und zunächst möglichst keinen Alkohol.

Die Datenlage zu einzelnen Nährstoffen ist begrenzt, und wir sagen das ausdrücklich dazu. Wer die Basis sauber umsetzt, hat den größten Teil des Möglichen bereits erledigt. Kollagen, Vitamin C und Omega-3 sind die gezielte Ergänzung, nicht der Ersatz.

Das Hume Sehnen und Bänder Set

Kollagen Complete, gepuffertes Vitamin C und Omega-3 Fischöl in einer aufeinander abgestimmten Kombination, passend zum beschriebenen Einnahmeschema.

Sehnen und Bänder Set: Kollagen Complete + Omega-3 Fischöl + Vitamin C 1 x Kollagen 300 g, 1 x Omega-3 (60 Kapseln), 1 x Vitamin C (60 Kapseln)
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Versand aus Österreich. 14 Tage Rückgaberecht.

Quellen

  1. Darrieutort-Laffite C, Blanchard F, Soslowsky LJ, Le Goff B. Biology and physiology of tendon healing. Joint Bone Spine. 2024. doi:10.1016/j.jbspin.2024.105696
  2. Stages of Tendon Healing (Tabelle 1). Orthopaedic Journal of Sports Medicine. 2021;9(12):23259671211062929. PubMed Central
  3. Tipton KD. Nutritional support for exercise-induced injuries. Sports Medicine. 2015;45(Suppl 1):S93-S104. PubMed Central
  4. Kilroe SP et al. Dietary protein intake does not modulate daily myofibrillar protein synthesis rates or loss of muscle mass and function during short-term immobilization in young men: a randomized controlled trial. American Journal of Clinical Nutrition. PubMed
  5. The effect of protein or amino acid provision on immobilization-induced muscle atrophy in healthy adults: a systematic review and meta-analysis. Experimental Physiology. 2024. PubMed Central
  6. Eastoe JE. The amino acid composition of mammalian collagen and gelatin. Biochemical Journal. 1955;61(4):589-600. PubMed
  7. Shaw G, Lee-Barthel A, Ross MLR, Wang B, Baar K. Vitamin C-enriched gelatin supplementation before intermittent activity augments collagen synthesis. American Journal of Clinical Nutrition. 2017;105(1):136-143. PubMed Central
  8. Praet SFE et al. Oral supplementation of specific collagen peptides combined with calf-strengthening exercises enhances function and reduces pain in Achilles tendinopathy patients. Nutrients. 2019;11(1):76. PubMed Central
  9. Vieira CP et al. Glycine improves biochemical and biomechanical properties following inflammation of the Achilles tendon. Anatomical Record. 2015;298(3):538-545. PubMed
  10. Parr EB et al. Alcohol ingestion impairs maximal post-exercise rates of myofibrillar protein synthesis following a single bout of concurrent training. PLoS ONE. 2014;9(2):e88384. PubMed
  11. Barnes MJ, Mündel T, Stannard SR. Post-exercise alcohol ingestion exacerbates eccentric-exercise induced losses in performance. European Journal of Applied Physiology. 2010;108(5):1009-1014. PubMed
  12. Barnes MJ, Mündel T, Stannard SR. A low dose of alcohol does not impact skeletal muscle performance after exercise-induced muscle damage. European Journal of Applied Physiology. 2011;111(4):725-729. PubMed
  13. Paulsen G et al. Ethanol does not delay muscle recovery but decreases testosterone/cortisol ratio. Medicine and Science in Sports and Exercise. 2014;46(11):2175-2183. PubMed
  14. Ultra-processed food consumption and systemic inflammatory biomarkers: a scoping review. Nutrients. 2025;17(18):3012. PubMed Central

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge nicht überschreiten. Außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern aufbewahren. Bei Einnahme von Medikamenten, bestehenden Erkrankungen, Schwangerschaft oder Stillzeit vorab ärztlichen Rat einholen. Die dargestellten Inhalte ersetzen keine medizinische Beratung oder Therapie. Bei einer Verletzung ist immer eine ärztliche Abklärung erforderlich.