ABBAcadabra-Supergirl

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Kristin Berlund, blonde Super-Ausdauer-Austro-Schwedin, mehrfache Karwendelmarsch Siegerin, Großglockner-Ultra-Trail Siegerin, Zugspitz Ultra Trail Siegerin (…) spricht über Trail Running, Motivation und verrät uns, wie man sich „so richtig gut fertig machen kann“.

Als erstes interessiert uns natürlich wie Du nach Österreich gekommen bist?

Ich wollte immer schon in die Alpen und so verschlug es mich gleich nach der Schule als Au Pair nach Breitenbach in Tirol. Ich lernte schließlich einen Tiroler kennen und arbeite jetzt als Physiotherapeutin in Münster.

Und dann noch der Sprung zur Trail Runnerin?

Ja, das war viel später. Ich lief eigentlich immer, nahm an Halbmarathons und Marathons teil, bis ich 2012 beim Trans-Alp landete. Das gefiel mir.

"Trail-Running bedeutet für mich viel mehr Leben und Abwechslung, viel mehr Natur. Von sehr, sehr steil und alpin, über Matsch bis hin zu wunderschönen, rollenden Wegen ist alles dabei."

Was zieht Dich weg von der Strasse, hin zu Trail-Bewerben?

Die Abwechslung. Trail-Running bedeutet für mich viel mehr Leben und Abwechslung, viel mehr Natur. Von sehr, sehr steil und alpin, über Matsch bis hin zu wunderschönen, rollenden Wegen ist alles dabei. Man kann „nur“ 30km laufen oder man macht eben auf die 170km, wie beim UTMB Mont Blanc.

Was ist Dir lieber: Sehr steil, unlaufbar und lang oder lieber laufbarer, dynamischer, kürzer?

Ich habe es lieber laufbarer und um die 30 bis 50km. Hmm … aber dann mache ich auch gerne ganz längere Sachen.

Mittlerweile machst Du bei vielen Läufen den Männern Konkurrenz. Wie vereinbarst Du Job und Training?

Ich arbeite vollzeit als Physiotherapeutin und trainiere so 15 Stunden pro Woche. Ich laufe vor und nach der Arbeit und dann vor allem am Wochenende die längeren Sachen. Im Winter mache ich mittlerweile viele Skitouren.

Das bedeutet aber auch, dass Du dann Abends, wenn es schon dunkel ist, noch länger laufen gehst?

Ja (lacht), meine Stirnlampe ist im Winter mein bester Freund.

Das klingt nach viel Disziplin. Hast Du auch Schwächen?

Ich trinke zu viel Kaffee. Den brauche ich.

Wie kann man seine Motivation laufend auf so hohem Level halten?

Ach, ich bin auch Mal mehr, Mal weniger motiviert. Aber insgesamt bin ich sehr gerne draussen. In der Sonne, in der Natur. Ich liebe die Berge. Laufen ist unkompliziert und einfach und man kann sich so richtig gut fertig machen.

Läufst Du, wie die meisten Trail Runner, ohne Musik?

Ja sicher, immer ohne Musik.

Hast Du noch einen „Total-Beginner-Rookie-Tipp“ für uns?

Ja. Laufe immer da, wo Dich Dein Kopf hinzieht. Laufe da, wo es schön ist. Und: Starte locker. Jogge 2 Minuten, gehe 1 Minute. 20 oder 30 Minuten genügen. So tut es am Anfang nicht so weh und Du bleibst dabei.

Kristin, Danke und alles Gute!